Hosannah's Wildfang-Nachzuchten des dsungarischen Zwerghamsters
Hosannah’s Dsungaren schätzt sich glücklich, unter ihren Zuchttieren auch Hamster zu haben, deren Vorfahren aus der freien Wildbahn stammen, genau genommen aus Sibirien und Kasachstan. In Deutschland und im nahen Europa sind Tiere wie diese in kaum einer (Hobby-) Zucht zu finden - diejenigen, die sich entschieden haben, dsungarische Zwerghamster zu züchten, mussten auf Tiere zurückgreifen, die über Jahrzehnte von menschlicher Hand in eine Richtung gezüchtet wurden, die dafür sorgte, dass sich die Spezies Dsungare im Vergleich zur Wildform verändert hat. Entscheidende negative Veränderung für den dsungarischen Zwerghamster war die Einkreuzung des Campbell-Zwerghamsters, der zwar ebenfalls der Unterart der Kurzschwanz-Zwerghamster angehört, dennoch aber eine genetisch völlig andere Tierart ist. Mehr über Hybridenzucht lesen Sie hier.
Wie die Natur sie schuf
Unsere „wilden“ Dsungaren bieten uns nicht nur die Möglichkeit, unsere Zucht so artrein wie möglich zu halten. Ebenso ist es eine große Bereicherung, sie in ihrem ursprünglichen Verhalten zu beobachten und Schlüsse über die Entwicklung und Veränderung des Aussehens des beliebten Haustieres "Dsungarischer Zwerghamster" im Laufe vieler Züchterjahre zu schließen.
Das Aussehen
Dass sich die Spezies Dsungare im Laufe der Jahrzehnte durch die vielen Züchterhände verändert hat, wird schnell deutlich. Auffälliges Merkmal ist die tiefdunkle Wildfarbe der Wildfang-Nachzuchten – kaum ein Agouti besitzt heute noch eine solche Farbintensität. Während der Körperbau durchaus vergleichbar mit unseren „Haus-Dsungaren“ ist, so ist doch auffällig, dass die „wilden“ Dsungaren eine deutlich sportlichere Figur haben. Bei gleicher Fütterung bekommen die „Haus-Dsungaren“ schnell kleine Fettpölsterchen – was von den Massenzüchtungen für Zoohandlungen sicher gewollt war, schließlich wirken die moppeligen Exemplare „niedlicher“ als die schlanken. Die „wilden“ Dsungaren hingegen nehmen nicht so schnell zu und behalten ihre sportliche Figur selbst bei Mehrgabe von eiweiß- und fetthaltigerem Futter.
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| Wildfang-Nachzucht |
"heutiger" Agouti |
Leben unter der Erde
Auch im Verhalten gibt es entscheidende Unterschiede. So erwies sich unser Wildfang-Pärchen sofort nach Einzug in sein neues Gehege als sehr buddelfreudig. Innerhalb kürzester Zeit verschwanden Holz- und Keramikhäuser, Weidenbrücken, Heu und Korkröhren von der Oberfläche und wurden in ein unterirdisches Gangsystem integriert. An der Oberfläche blieb eine gerade Streuschicht übrig – die Häuser und Unterschlüpfe in den jeweiligen Ecken des Glasbeckens wurden durch Gänge miteinander verbunden. Tatsächlich leben die wilden Nachzuchten zum größten Teil unterirdisch. Nachts kommen sie lediglich zur Futtersuche und zum Trinken an die Oberfläche. Ein solches Verhalten konnten wir noch bei keinem unserer anderen Dsungaren beobachten. Sie bauen sich zwar auch Nester, die teilweise unterhalb des Streus verborgen sind, machten sich aber nicht die Mühe, im Streu Gänge anzulegen. Die Wachzeiten verbringen sie ausschließlich an der Oberfläche, im Laufrad, auf der zusätzlichen Ebene, oder in den Korkröhren.
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| Häuser sind ins Gangsystem integriert |
Nur zur Futtersuche an der Oberfläche |
Die Natur: der beste Züchter
Selbst wenn die Menschen es im Laufe vieler Züchterjahre gut gemeint haben mit der Spezies Dsungare – die Natur ist der beste Züchter. Sie gibt den Tieren alles mit, was sie für ein langes gesundes Leben brauchen und sorgt durch die natürliche Auslese dafür, dass nur die Eigenschaften erhalten bleiben, die das Tier fürs Überleben braucht. Auch wenn in den vergangenen Jahrzehnten in der Zucht sicher auch Wert auf gesunde Tiere gelegt wurde – oftmals standen das niedliche Aussehen und besondere Farben im Fokus. Dabei rückte die dauerhafte Gesundheit des Tieres im Zweifelsfall in den Hintergrund.
Die Haltung und die Zucht „wilder Dsungaren“ bietet für unsere Zucht die Möglichkeit, dazu beizutragen, den Dsungaren, wie er in der Natur vorkommt, zu erhalten und somit einen Beitrag zur Gesunderhaltung der Tiere zu leisten.
Unsere aktuellen Wildfang-Nachzuchten finden Sie hier
Einkreuzen der Wildfangnachzuchten in die artreine Farbdsungaren-Linie
Durch die Wildfangnachzuchten haben wir die Möglichkeit, auch unsere Farbdsungaren-Linie nach und nach "back to nature" zu führen. Da die Hoffnung einer natürlichen Farbmutation in unserer Wildfangnachzuchtslinie verschwindend gering ist, kann dies nur durch das Einkreuzen der Wildfangnachzuchten in die artreine Farbdsungaren-Linie gelingen. In der Vergangenheit wurde dieses Projekt bereits von anderen Züchter in Angriff genommen - das Einkreuzen gestaltete sich jedoch als schwierig. Entweder wurden die Weibchen nicht tragend, oder die Nachkommen zeigten ähnliche gesundheitliche Probleme wie die Nachkommen aus direkten Dsungaren x Campbell-Verpaarungen. Das zeigt deutlich, wie sehr sich die heutigen Dsungaren im Laufe vieler Züchterjahre von ihren wilden Vorfahren entfernt haben.
Deswegen werden die Tiere, mit denen eine Wildfangnachzucht verpaart wird, von uns sehr bewusst ausgesucht. Auch wenn Wildfangnachzuchten bereits seit einem Jahr bei uns leben, bekamen wir erst mit dem Saphir-Männchen Wild Blue, der aus der englischen Zucht Wellingtons stammt, den geeigneten Kandidaten. Wild Blue ist - bis auf seine Fellfarbe - ein direktes Ebenbild der Wildfangnachzuchten. Er hat u.a. die gleiche Körper- und Kopfform und ist nicht, wie viele andere Farbdsungaren, ein besonders moppeliges, sondern ein sportlich-schlankes Exemplar, wie die WFNZ auch.
Im Mai 2010 zog WFNZ Bonnie zu Wild Blue und die beiden waren sofort ein Herz und eine Seele. Während es bei den Farbdsungaren häufiger zum Ehestreit kommt, war nicht ein böses Wort von den beiden zu hören. Mitte Juni sorgten sie für den ersten Nachwuchs, der unter K-Wurf zu finden ist. Die Kleinen entwickelten sich prima und leben nun im Familienverband mit den beiden Eltern. Wurf Nummer zwei folgte Ende Juli, kurz vor der Geburt ließ Bonnie den alten Wurf nicht an sich ran. Mittlerweile wird aber wieder gemeinsam gefressen. Bonnie und Wild Blue teilen sich die Aufzucht der Würfe - frisst der eine, bewacht der andere das Nest und umgekehrt. Als der zweite Wurf zwei Wochen alt war, zog Wurf Nummer eins aus.
Obwohl Wild Blue Interesse hätte, ist seitdem kein neuer Wurf geboren worden. Es ist eben doch so - die Natur regelt die Wurfanzahl ganz von alleine.
| Bonnie & Wild Blue |
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Unsere ersten Nachkommen von Bonnie und Wild Blue
- sie alle tragen das Verdunklungsgen Umbrous und sind sogar noch farbintensiver als die Wildfangnachzuchten und jeder andere Dsungare, den wir je gesehen haben. |
Weibchen Hosannah's Kenia
geboren
Juni 2010
Farbe: Agouti-Umbrous |
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Weibchen Hosannah's Kamerun
geboren
Juni 2010
Farbe: Agouti-Umbrous |
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Männchen Hosannah's Kasabian
geboren
Juni 2010
Farbe: Agouti-Umbrous |
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Text und Bilder © Hosannah’s Dsungaren |